Unsere Route im letzten Monat: Auf dieser interaktive Karte kannst du auf deinem Smartgerät Rein- und Rauszoomen. Auch die Fotogalerien kannst du zum Vergrößern anklicken. Klicke im Inhaltsverzeichnis direkt zu den Abschnitten, die dich interessieren!

Kolumbien mit Wohnmobil – C60 Medellín -Bogotá – Foto Love Story mit Zahlen

Im Juni haben wir Kolumbien weiter mit dem Wohnmobil erkundet. Dabei fuhren wir auf der C60 von Medellín nach Bogotá. Dabei gebe ich dir einen Überblick über viele Zahlen auf unserer Reise. Da gehören gefahrene Kilometer und Höhenmeter, aber auch wieviele Tage wir gefahren sind, in wieviel Flüssen wir gebadet und wo wir wieviele Tage mit dem Wohnmobil gestanden haben.

Die Recherche für den Artikel war wild! Ich bin beim Schreiben in ein richtiges Rabbit Hole abgetaucht. Plötzlich habe ich immer mehr Zahlen entdeckt. Alles zum Thema Klima musste ich wieder rausnehmen. 

Über Hitze, Kälte und wie wir damit umgehen wird es bald einen eigenen Artikel geben. Ich habe noch ein Wunschthema: Essen in Kolumbien + wie und was wir im Van kochen und Essen. 

Schreibe mir gern per Mail oder in die Kommentare, was dich mehr anspricht.

Viel Spaß beim Lesen und Fotos schauen. Dieser Artikel enthält übrigens ca 88 Fotos, die ich mit Handy oder meiner Fujifilm x100f Kamera gemacht habe, manchmal (zB. Flusspferd) mit dem 50mm Objektiv.

Einige Bilder hat Patrick gemacht. Bilder auswählen,  Upload und das Beschriften hat nur ganz kurze 5-6 Stunden gedauert. Wenn Dir die Bilder gefallen, dann schick‘ deinem Reisebuddy den Blog Link und melde dich zum Newsletter an, damit du keinen Artikel mehr verpasst. 

10 Tage, ca. 3h täglich – solange habe ich noch nie an einem Artikel geschrieben. Die Karte mit der gefahrenen Route ist übrigens interaktiv. Auf einem Smartphone oder Tablet kannst du sie Rein- und Rauszoomen. 

So eine Karte wollte ich schon lange einbinden. Recherchezeit und Einrichtung des PlugIn haben insgesamt nur schlappe 5-6 Stunden in Anspruch genommen. Mit dieser Karte habe ich noch viel vor. Du darfst also gespannt sein.

Allgemeine Zahlen für Juni 2026, genauer vom 1.6. bis 3.7.26 

Wir sind 626km durch 2 kolumbianische Bundesstaaten Antioquía und Cundinamarca gefahren. Dabei ging es 16108m bergauf und 16091m bergab auf einem Höhenprofil zwischen 138m und 3194m Höhenprofil.

Unsere monatlich wiederkehrenden/ fixen Ausgaben

Wenn dich nicht nur unsere Ausgaben interessieren, sondern du wissen willst, wie wir unsere Reise finanzieren, dann interessiert dich vielleicht auch das Thema Crypto Investment. Wenn du mehr darüber wissen willst, schreibe mir gerne eine Nachricht.

KFZ Haftpflicht Versicherung SOAT

🚌 in Kolumbien gibt es mit der SOAT eine obligatorische Personen KFZ-Haftpflichtversicherung. Damit ist man abgesichert, wenn man einen Unfall mit Personenschaden verursacht.

Hier kann ich dir unsere Vertreterin Veronica Mosquera von Cargorider SAS empfehlen! Sie hat unser SOAT verlängert und uns bei der Verlängerung des TIP unterstützt, weil wir mehr als drei Monate in Kolumbien mit unserem Auto bleiben. Auch wenn wir relativ gut spanisch sprechen, war das eine große Hilfe.

Krankenversicherung & weitere Versicherungen

🚑 Wir haben die Hansemerkur Young Traveller Basisschutz ohne USA/ Kanada und ohne Selbstbehalt für 2 Personen, Abschluss bis max. Alter von 55Jahren, abgeschlossen. 

Da unser Wohnsitz in Panama ist, war diese Versicherung laut meiner Recherche die einzig mögliche. Was für uns noch entscheidend war: Wir haben auch beim Besuch in der Heimat Versicherungschutz und zwar für 6 Wochen je Versicherungsjahr.

Vergleichbare amerikanische Policen sind um ein vielfaches teurer. Aktuell hatte ich meinen 1. Schadensfall: eine Zahnbehandlung mit Röntgenbild. Wie die Erstattung lief erfahrt ihr hier in ein paar Tagen.

🤕 Zusätzlich haben wir über die Hansemerkur eine Notfall, Haftpflicht, Unfallversicherung für 2 Personen abgeschlossen. Uns ist es einfach wichtig im eigenen Worstcase und wenn wir anderen Menschen oder ihren Sachen schädigen, abgesichert sind.

Bank

👛 Das wichtigste ist für uns beim Reisen, dass wir mehrere Zahlungsmittel nutzen, damit wir auch dann flüssig sind, wenn mal 1 oder mehrere Karten nicht funktionieren.

Wir haben beide 2 physische und 2 digitale Karten und immer Bargeld dabei.

Bei n26 nutzen beide den Tarif „Business Smart“, wo wir 10 Unterkonten haben, zum Sparen und für unsere finanzielle Sicherheit, also unseren Notgroschen. Damit können wir 3 Monate wie gewohnt weiterleben, wenn alle Stränge reißen.

Gut zu wissen: du zahlst bei jeder Abhebung in Kolumbien, egal wo und mit welcher Karte 26000COP Gebühr an die Geldautomaten aufstellende Bank. Bargeldauszahlung ist limitiert auf 2 Millionen COP, bei einigen Banken noch weniger. 

Dazu kommt dann die Abhebegebühr deiner Bank. Bei n26 sind das 1,7%, bei unserer anderen Debitkarte kommen noch 2% ontop. Also lohnt es sich einen größeren Betrag abzuheben. 

Schau‘ dass du Geld aus Sicherheitsgründen  tagsüber abhebst. Wir machen das zB gern in Supermärkten.

In der Tabelle siehst du, wieviel eine Auszahlung N26 zu einem beispielhaften Tageskurs im Juni zu Buche stand. Aktuell wird vor allem der $, aber auch der Euro schwächer im Vergleich zum COP. Das ändert sich jedoch immer wieder.

Allgemein brauchen wir hier viel Bargeld. In größeren Städten und touristischen Orten kannst du mit Karte zahlen. Doch auch da werden in manchen Geschäften Gebühren von 5-10% als Gebühr erhoben. Beachte, dass der Verkäufer am Gerät COP  (Landeswährung) auswählst, sonst zahlen Kunde und Verkäufer die Umrechnung extra.

Wir bevorzugen den Einkauf auf Märkten, oder direkt beim Bauern und gehen gerne in lokale Restaurants, Cafés und Bäckereien. Dort zahlst du hier in Kolumbien fast ausschließlich mit Bargeld. 

Die flexiblen Kosten

⛽️ Tanken

1 l Diesel kostet aktuell 0,89$ und ist damit seit Anfang des Jahres, bzw. seit dem Konflikt USA:Venezuela um mehr als 0,10$ gestiegen.

🥘 Essen

Ein Standard Menü Desayuno, Almuerzo (Frühstück, Mittag) besteht aus Vorsuppe (immer mit Fleisch), meistens 2 Beilagen (Reis und Kochbananen oder Yucca, Kartoffeln, Linsen/Bohnen) Salat und selbstgemachte Saft, kostet in Kolumbien zwischen 3,50$$ und 9,00$, je nachdem, wo du gerade bist. 

Gut zu wissen: du bezahlst diesen Preis auch, wenn du zB die Suppe oder den Saft ablehnst. Bei Café ist es so: du kannst auf dem Dorf schon Kaffee für 0,25$-0,50$ trinken. Er heißt „Tinto“ und ist oft schon mit Zucker oder Panela und wird gefiltert und aus Thermosflaschen verkauft. 

Gerade sitze ich in einem Kaffee, wo ein Hafercooky 1,30$ und der Americano 1,50$. In solchen Kaffees gibt es meistens Internet und sie sind denen in Europa sehr ähnlich. In den lokalen Bäckereien (Panaderías) zahlst du für ebenso guten Kaffee + Gebäck nur 1,50$.

In einem schicken Restaurant in der Stadt kostet es mehr, da dort die Mieten höher sind, als auf dem Land, wo sich Restaurants in Räumen befinden, die der Familie selbst gehören. Dort lernen wir oft Leute kennen und kommen mit ihnen ins Gespräch.

Wir gehen nicht oft essen, einfach weil es zu wenig vegetarische Optionen für mich gibt. Außerdem ist viel Frittiertes dabei (Bananen, Empanadas …). Wir kochen sehr gerne selbst.

🏕️ Kosten für Aktivitäten und Übernachtung

Übernachtung hatten wir im Juni nur 1x gezahlt, als wir am Cañon waren, was nicht heißt, dass es unsere Stellplätze nichts gekostet haben. 

Durch Zufall haben wir hier in Kolumbien schon mehrfach Stellplätze bekommen und dafür mit Gefallen bezahlt: ob es die Sanierung der Toilette war, oder bei Berta und Libardo den Kühlschrank auffüllen und zum Essen einladen. 

In Nimaima waren wir zusammen mit dem Eigentümer Teil einer Social Media Kampagne, mit unserem Van und einem Schaf als weitere Protagonisten.

Arbeitsplatte & Design Holz Waschbecken

Das war fast 1 Woche Arbeit für den Tischler. Kostenvoranschlag waren 450.000,00COP für 3 Tage Arbeit. Doch er hat zum 1. Mal so ein Waschbecken gebaut und das hat länger gedauert als gedacht. 

Stellplätze in 33 Tagen vom 01.06. – 03.07.26

Wir haben wir auf 9 verschiedenen Stellplätze übernachtet. Aller 3,67 Tage haben wir den Stellplatz gewechselt. Das ist für unsere Verhältnisse oft. 4x davon haben wir wild gecampt (fast jedes 2.mal).

Bevor wir herkamen, dachte ich nicht, dass Mensch hier so gut wildcampen kann. Hatte da aus den sozialen Medien anderes gehört. Doch die Kolumbianer sind so herzlich und offen. Es ist eher schwierig für sich allein zu stehen, ohne gleich eingeladen zu werden.

Auch unser Bauchgefühl unterstützt diese Annahme. Wir fühlen uns hier sicher und willkommen. Die Menschen sind neugierig und wollen regelmäßig unser rollendes Zuhause von innen sehen.

Santa Elena – schicker Vorort & mehr Komfort im Van!

Santa Elena – ein angesagtes Dorf nahe Medellín mit Park, Gemüsebäuerin Direktverkauf (Huerta), Sauerteig Bäckerei, Restaurants und Biomärkten.

Unser Stellplatz mit Werkstatt war das perfektes Habitat für Patrick. Wir waren also 18 Tage im mittleren Hochgebirge, in den feuchtkalten Tropen, auf 2690müN, haben 3x Ausflüge mit dem Bus nach Medellín unternommen und 11 Projekte im Van umgesetzt.

In Panamá baute Patrick ja unseren Camper zum gemütlichen Häuschen auf Rädern um. Und im Juni hat er mit mehr Solar, Küche, Klimaanlage und Dachterasse noch das  Itüpfelchen gesetzt.

Ich bin so dankbar, dass wir in so einem schicken und super komfortablen Heim leben und reisen können. Der Ausbau ist einfach wahnsinnig schön geworden: nicht nur praktisch und funktional, sondern auch megaschick und modern!

Eigentlich wollten wir in Santa Elena nur ein paar Tage bleiben. Am Ende wurde daraus 3 Wochen. Wir folgten spontan einer Einladung eines neuen Freundes. Wir durften parken und seine Werkstatt nutzen. Genau das machte es möglich, viele Projekte anzugehen, die seit Panama auf unserer Liste standen.

Unsere 3. Solarplatte bekam ihren neuen Platz. Sie lässt sich jetzt unter unserer Dachterrasse ausziehen und dient gleichzeitig als Regen- und Sonnendach für die Hintertür. Damit das funktioniert, mussten wir den hinteren Dachlüfter versetzen. Klingt erst einmal unkompliziert. Tatsächlich bedeutete das aber, ein Loch in unser Dach zu sägen.

Dafür haben wir die komplette Dachterrasse abgebaut, geschliffen und neu geölt. Anschließend sägte Patrick den Ausschnitt für den Lüfter aus dem Dach und verklebte das alte Loch. Er sägte endlich ein Loch in die Dachterasse und verstärkte es mit einem geschweißten Rahmen. 

So scheint wieder richtig Tageslicht durch unser hinteres Dachfenster. Was für ein Upgrade! Danach kamen die Räder aufs Dach und wir können unsere Dachterrasse wieder nutzen – unbezahlbar.

Patrick schloss unsere Klimaanlage wurde an. Dafür musste er sämtliche Durchführungen vergrößern. Das bedeutete wiederum: Bett abbauen, Trennwand entfernen, Leitungen isolieren und anschließend alles wieder zusammensetzen. 

Zusätzlich brachten wir Gardinen und einen Vorhang zwischen Fahrerhaus und Wohnraum an, damit Hitze und Kälte besser draußen bleiben. Vorne gibt es jetzt einen kleinen Tisch, der den Platz deutlich aufwertet. 

Als Dankeschön schloss Patrick die Toilette von Luis‘ Werkstatt an und strich sie anschließend. Außerdem halfen wir ihm beim Transport und der Inbetriebnahme von zwei 2.000-Liter-Wassertanks auf seinem Grundstück. Genau diese gegenseitige Hilfe macht das Reisen für uns so besonders.

Leben & Arbeiten in Medellín – Placita De Flores & Las Palmas

Ist Medellín ein sicherer Ort? Tips für die Sicherheit in den Metropolen dieser Welt

Überraschenderweise haben wir uns in dieser Metropolregion, die ca. 4,2Mio. Einwohner hat, sehr wohl und auch sicher gefühlt. Ich habe exzessiv fotografiert. Ich liebe ja die Streetfotografie und hatte das Gefühl, dass ich offen mit der Kamera durch die Stadt laufen kann. 

Natürlich nicht überall und wir machen wir das nicht ohne grundlegende Vorsichtsmaßnahmen. Auf Straßen, wo ZB viele Obdachlose leben, stecke ich die Kamera weg und wir vermeiden Menschenmassen. 

Wenn das nicht geht, zB nachmittags in der Metro, habe ich meine Wertsachen (Kamera, Handy, Portemonnaie, wie immer in einer Gürteltasche, die ich vorn auf der Brust trage. Gern trage ich darüber eine Jacke.

Patrick hat Portemonnaie und Handy in den vorderen Hosentaschen. In der Comune 13 sind die meisten Touristen. Doch am besten gefallen hat uns Las Palmas. Vormittags unter der Woche fand ich es auch in Comuna 13 entspannt. 

Allgemein kann man sich in den Touristenvierteln der beiden Metropole Bogota und Medellin frei bewegen. Doch wo viel Geld ist, gibts auch viele Taschendiebe und nicht ohne Grund viel Polizei.

Im Gegensatz dazu wurde mir in Bogota fast mein Handy gestohlen – und zwar im Graffiti – Distrikt, von einem Mopedfahrer. Der hielt, als ich beim Fotografieren war, neben mir und wollte sich mein Handy schnappen. Doch das gelang ihm nicht.

Er war zu langsam. Patrick hatte ihn schon vorher bemerkt und es mir gesagt. Ich stelle mich beim Fotos machen gern vor eine Wand oder meinen Mann, das gibt mir zusätzlich Sicherheit.

In beiden Metropolen wurde uns geraten, besonders in der Metro und im Bus auf unsere Handys zu achten. In Bogota sollen die Diebe laut Anwohnern an den Haltestellen sogar durch die Fenster nach Telefonen greifen. Trotzdem glotzen im Bus alle auf die Dinger.

Das Beste, was du in Medellín machen kannst: Metro Cable gratis fahren: die Linie K hellgrün, von Acevedo nach Santo Domingo und die Linie J, gelb von San Javier nach La Aurora. Bei beiden zahlst du um die 4000 für die normal Metro, die dich zu diesen Stationen bringt. 

Von Santo Domingo kannst du zum Preis in meiner Ausgabentabelle zum Park Arví fahren und im Hochland spazieren. Bei uns hat es aus Eimern gegossen, aber bei schönem Wetter sicher herrlich!

Medellín – Metro Cable & Comuna 13 foreva 💛💙❤️

Zum Rio Magdalena – Von den kalten in die heißen Tropen

Auf der C60 Medellín – Bogota über Guatapé, Cañón Rio Claro & Puerto Triunfo

Von Medellín über Guatape (El Peñón), am Straßenrand (Wildcamping) auf 2000m üN0 zum Cañón Rio Claro, im Nationalpark, 500m üN0 nach Puerto Triunfo im Magdalena Tiefland.

Die nördlichen Andenausläufen erstrecken sich wie zwei Finger in Nord-Südrichtung über das Land. Die Metropolen Medellín und Bogotá liegen oben und dazwischen erstreckt sich das Tiefland vom Rio Magdalena. 

Wir sind also über die C60 von den Anden ins Tiefland gefahren. Dabei haben wir 2 Stops gemacht. Zum Stausee werden überall in Medellín kommerziell Touren angeboten und zum Cañon sicher auch.

Der Stausee von Guatapé stand auf unserem Plan. Er hat uns nicht nur wegen der 700Stufen und dem legendären Ausblick überrascht. Einerseits ist er das Ausflugsziel für die Metropolenbewohnerinnen – riesige Parkplätze, Souvenir Shops und Restaurants zeugen davon. In der Woche war zum Glück nichts los. 

 Doch hinter dem Stein haben wir, weil wir uns verfahren hatten, ein komplett untouristisches Dorf entdeckt, wo wir in einem lokalen Restaurant eine gute hausgemachte bekamen und dann an der Straße mit Blick auf den Stausee „tranquilo“ übernachten konnten.

Den Nationalpark dagegen fand uns, direkt an der Carretera 60 von Medellín nach Bogotá. Er ist in ca. 3 Stunden entfernt von Medellín, individuell erreichbar mit dem Bus – und eine unglaubliche Naturschönheit!

Die Marmorkalkstein Formationen, der reißende Fluss mit kleinen Stränden und die Tropfsteinhöhlen haben uns echt umgehauen. Wir haben unsere 1. handtellergroße 1.Tarantel gesehen und sind an Seilen über den reißenden Fluß geschwommen. 

Der Wanderweg durch den Cañon ist so gut ausgebaut, dass ich im Badeanzug durchspaziert bin. Herrlich!

Auf der Suche nach den Hippos fuhren wir nach Puerto Triunfo Ort. Wir parkten neben der Kirche am Parque Central (Wildcamping). Dort war es abends so heiß, dass wir nicht im Auto kochen konnten.

Am Morgen genoss ich meinen 1. Sonnenaufgang am Rio Magdalena, fand einen herrlichen Trainingsplatz und dort dann die Information, die wir brauchten. Die Bedienung eines schicken Terassencafés, direkt am Fluß, gab mir den entscheidenden Tip: Wir sollten ins 8km entfernte Estación Cocorná fahren!

Estación Cocorna – auf der Suche nach Hippos

Freunde gefunden – Küche wird noch hübscher gemacht und wir werden von Doña Berta adoptiert

Wir verbrachten 7 Tage am Rio Claro, den die Bewohner auch Rio Cocorná nennen. In diesen Tagen unternahmen wir 4 Ausflüge: 1x Hippotour, Fahrt mit der Balinera. Das ist ein Schienenwagen, den die Locals als Transportmittel verwenden.

Wir fuhren 2x mit der Lancha nach Puerto Boyacá. Die Herrschaften Doña Berta und Libardo freuten sich über einen kleinen Ausflug mit unserem Wohnmobil. Außerdem vollendeten wir 2 finale Meilensteine beim WoMo Umbau. Am 27.06. wurde ich 48 Jahre alt und am 30.06. feierten wir unseren 5.Hochzeitstag!

Wir wollten endlich die Flusspferde sehen, die Pablo Escobar in den 1980er-Jahren aus Afrika auf seine Hacienda Nápoles bringen ließ. Nach seinem Tod breiteten sich die Tiere entlang des Río Magdalena aus und leben dort heute in freier Wildbahn. 

Als wir ankamen ging es direkt zum Baden zum Fluß, der vom Hochwasser Cappuchino braun war. Jugendliche badeten und sprangen von den Bäumen der gegenüberliegenden Flußseite. Also spazierten wir über die Hängebrücke und kühlten uns ab!

Die Jungs sagten uns, wo wir Albarito finden würden. Er kann mit uns die Hippo – Tour machen, sagten sie. Die Lancheros, die an den Restaurants direkt am Fluß standen, sagten das Gleiche. Also gingen wir zum beschriebenen Ort und verabredeten uns für den nächsten Nachmittag.

Am nächsten Tag war der Fluß jedoch stark überschwemmt und das Wasser stand bis auf die Straßen im Städtchen. Anwohnerinnen waren ganztägig mit putzen beschäftigt und die Strömung und Treibgut zu gefährlich für unser Vorhaben.

Also starteten wir mit Albarito am übernächsten Nachmittag vom Rio Cocorna zu großen Rio Magdalena. Er kennt jede Biegung, jede Sandbank und fast jedes Tier. Wir entdeckten den Alpha der Flusspferde, Aras, Affen, Nutrias, Schildkröten, riesige Leguane sowie verschiedene Reiher und Kanarienvögel. 

Gleichzeitig bekamen wir einen Einblick in das Leben der Menschen, die direkt am Fluss wohnen. Albarito fuhr mit uns insgesamt 3 Stunden vorbei an kleinen Häusern, Bootsanlegern und Fischern.

Unser Camper bekam in dieser Woche wieder ein Upgrade. Unsere Küche bekam eine neue Arbeitsplatte und ein wunderschönes Aufsatzwaschbecken aus Holz. Endlich konnten wir auch unsere Klimaanlage in Betrieb nehmen. Sie funktioniert! 

Nachts sinkt die Temperatur im Bett jetzt wenigstens um ein paar Grad. Das klingt nach wenig, macht aber einen riesigen Unterschied. Wir schlafen besser und können uns nachts endlich etwas erholen.

Trotzdem bleibt die Hitze anstrengend. Ich merke, dass ich als Europäerin bei diesen Temperaturen nicht so leistungsfähig bin, wie ich gerne will.

Was uns wieder tief beeindruckt hat, war die unglaubliche Gastfreundschaft der Kolumbianerinnen und Kolumbianer. Unser Stellplatz lag neben einem Spielplatz in der prallen Sonne. Ohne Doña Berta und Libardo wäre das kaum auszuhalten gewesen. 

Sie nahmen uns kurzerhand bei sich auf. Wir durften während unseres Küchenumbaus ihr Badezimmer benutzen, im Schaukelstuhl am Ventilator sitzen und ihre Küche nutzen. Ich hatte Platz, um zu trainieren. Wir wurden nicht nur wie Gäste behandelt, sondern wie Familie.

Auch der Tischler, der unsere Küche baute, stellte uns seine ganze Familie vor. Seine Frau zeigte mir stolz ihr Zuhause. Gemeinsam aßen wir, wurden zu einer Balinera-Tour auf der Zugstrecke eingeladen. Wir verbrachten in Cocorá eine Woche, in der wir uns nicht wie Reisende fühlten, sondern wie ein Teil der Dorfgemeinschaft.

Zum Abschluss durften wir bei der Fiesta de San Pedro dabei sein – Musik, Tanz, Begegnungen,ganz viel Herzlichkeit und gutes Essen. Das hat uns wieder gezeigt, dass unsere Reise nicht nur von Orten lebt, sondern vor allem von den Menschen, denen wir begegnen.

Auf nach Bogota – C45 – C50 nach Süden

Nach Villeta direkt in die Cordillera Oriental (Anden) – Tobia – Rio Negro und eine kaputte Brück zwingt uns zum Umdrehen – plus Einladung zum Hochzeitstag

Ohne Plan genauen Reisen, erlaubt es uns auch an Orten anzuhalten, die uns etwas bedeuten und sei es nur vom Namen her. Als ich den Ortsnamen bei google las, hatten wir noch keinen Stellplatz für den Abend, obwohl es bereits 17:00Uhr war.

Die Kaskade an der wir nachmittags baden waren, war ungeeignet, geparkt hatten wir direkt an der Carretera. Deshalb sind wir in die Kleinstadt Tobia am Rio Negro gefahren und damit direkt zu einem tagelang andauernden Volksfest.

Wenn Du wissen willst, warum wir dort unbedingt hinwollten, klicke auf den Link. Dann kommst du zum EBook mit meiner Geschichte.

Cordillera Oriental (Anden) und Rio Negro bleiben in Erinnerung als Steinkohle Gebirge, wo wir zum 1.mal ein Stück Steinkohle in den Händen hielt. Der feine Staub des Gesteins färbt allerdings das Wasser des Flusses gräulich und in der aktuellen Trockenzeit die Sträucher am Straßenrand. 

Daher hat der Rio Negro, was schwarzer Fluss heisst, wohl seinen Namen. Trotzdem sind die Anden hier wunderschön. Trotzdem wirkt hier alles irgendwie dreckig. Überall Kohlenstaub, auch in unseren Nasen. 

Im Van war noch nie soviel Staub wie in den letzten Tagen in den Cordilleras Orientes. Kleines Highlight für mich: ich habe zum 1.mal eine wilde Orchidee gesehen. 

Wusstest du, dass sie an Bäumen wachsen, ebenso wie Bromelien? Bromelien oder Ananasgewächse, wachsen in den Tropen an Stämmen und Ästen. 

Zum Pflanzen und Wildkräuter bestimmen nutze ich die übrigens schon seit einigen Jahren die PlantNet App. Die empfehle ich dir unbedingt, wenn du dich für das Thema interessierst.

Wer mich kennt, weiß, dass in mir auch eine Kräuterhexe wohnt. Früchte und Kräuter in meiner Umgebung zu erkennen, lässt mich mit meiner Umgebung verbunden fühlen. 

Beim 1. Teil unserer Reise durch Zentralamerika habe ich mich noch nicht getraut, doch nun kommen wir hier immer mehr an. Ich erkenne Nesselarten, Minze, einige Bäumen, Palmen und jetzt auch Orchidee. Ich pflücke Kräuter, wie in Deutschland für Tee und Salat.

An einem Tag fuhren wir am Rio Negro ausschließlich Piste und brauchen für 50 km 6 Stunden Fahrzeit. Dabei müssen wir an einer kaputten Brücke umkehren. Das war eine krasse Aktion, weil wir nicht wenden konnten und einen schmalen Weg mit Abgrund 1,5km rückwärts fahren mussten. 

Wir nahmen 2x Tramper mit: einen alten Herrn und am anderen Tag eine alte Frau, die sich ewig lange bedankte und sich bekreuzigte, als sie wieder aussteigt. Auch vorm einsteigen hat sich sich bekreuzigt, wahrscheinlich für eine sichere Fahrt.

Wir besuchten einen richtig beeindruckenden Wasserfall, den 55m hohen „El Escobo“. Dort wollten wir eigentlich unsere Wasserkanister auffüllen, doch das ging nicht. Denn bis zur Kaskade waren es 2km Fußweg. Zum Hinfahren war die „Straße“ zu steil.

Unser Hochzeitstag bei Camping mit Pool auf 1600müN in Nimaima

Im Nachhinein würde ich sagen: Zum Glück hatten wir kein Wasser. Sonst hätten wir nicht bei bei „La Herencia de Elvira“, diesem wunderbaren Restaurant mit Palmendach, Cabañas (Bungalows), herrlichen Ausblick und Pool angehalten. Ich sagte zu Patrick: „Das ist ein Zeltplatz, die haben bestimmt Wasser.“

Und ja, hatten sie. Kurze Zeit später waren wir zum Übernachten und zum Bier mit dem Eigentümer und seinen Freunden eingeladen. Es war gerade WM-Spiel und Deutschland spielte gegen Paraguay. Auch wenn wir keine großen Fußballinteressierten sind, ließen wir uns ein wenig mitreißen. 

Am nächsten Tag bekamen wir die Chance, uns mit der Social Media Kampagne zu revanchieren. Das alles nur, weil ich am Vorabend unseres 5. Hochzeitstages  gefragt hatte, ob wir unsere Wasserkanister auffüllen können. 

Nach 2 Nächten ging es weiter über unseren letzten Stellplatz kurz vor der Carretera 56 nach Bogotá, wo wir in Cota, einen kleinen Dorf, 1,5h entfernt von der Metropole 1 Woche blieben. Die C56 in Cundinamarca zwischen Guanácas und Zipaquirá ist den Namen Carretera nicht wert, da sie sich nicht besser fährt, als die Pisten der Cordillera Oriental.

Nahe der Metropole hatten wir organisatorische Dinge zu erledigen: Visa und TIP Verlängerung, Ventile am Motor einstellen, Arztbesuche und neue Brille. Doch davon später mehr. Denn das war schon im Juli. 

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