- Vanlife in Zentralamerika 2024 – 5 Monate, die noch erzählt werden wollen
- Drei Vanlife-Geschichten, die uns in Zentralamerika verändert haben
- 7 Vanlife Lifehacks für Reisen mit Pubertier
- Was wir an Zentralamerika am meisten lieben: die unglaubliche Natur mit Wanderungen auf Vulkane, Märkte und Stellplätze am Wasser
- Nicht nur zur Weihnachtszeit:
Der Jahresrückblog 2025 steht an. Ich habe mich bereits bei Judith Peters angemeldet. Wenn du selbst mit dem Bloggen anfangen möchtest, kann ich dir das wirklich sehr empfehlen. Ich kann 2025 nämlich erst abschließen, wenn ich 2024 gebührend beendet habe.
Da ich regelmäßig Journal geschrieben habe, sollte ich mein Ziel, diesen Beitrag in vier Stunden fertigzustellen, eigentlich schaffen. Also los! Zum Glück habe ich aufgegeben, meinen Blog chronologisch aufbauen zu wollen. Das passt einfach nicht zu meiner kreativ-chaotischen Natur. Wenn es hier irgendwann unübersichtlich wird, füge ich eine Timeline ein.

Diesen Spectra-Block wollte ich schon lange ausprobieren, und ich freue mich darauf, wieder etwas Neues zu lernen. An meine Perfektionistin, die mich oft bremst: Ich erzähle unsere Geschichte nicht chronologisch, doch das große Ganze wird trotzdem erkennbar.
Drei Vanlife-Geschichten, die uns in Zentralamerika verändert haben
Sturmwanderung von der Sanddüne zu José und Maria

Was für ein Beach – bisher unser liebster an Oaxacas Pazifikküste. Er liegt an der größten von drei Sanddünen im südlichen Mexiko. Wir durften frei stehen, in einer Senke direkt hinter dem Strand. Dort surften wir erstmals und spürten die unendliche Schönheit und gleichzeitige Macht des Meeres, des Windes und des Sandes.

Die erste Nacht war ruhig. Wir lauschten den Geschichten von Surflehrer Christopher: vom Blauwal, der sich eine Woche lang im viel zu warmen Wasser in die Bucht verirrt hatte und dann spurlos verschwand.

Außerdem berichtete er von unglaublichem Treibgut wie Gold und Paketen aus dem Narkoverkehr. „Das Meer nimmt und gibt alles! Er erzählte auch von der Gasbohrinsel, die ununterbrochen Boote mit Fässern voller Petroleum an Land schickt.

Am nächsten Nachmittag gingen wir auf Erkundungstour: Fotos machen und Hula Hoop auf die Sanddüne. Die Ausblick war phänomenal! Und mein Hula Hoop Spiel etwas ganz Besonderes.

Doch plötzlich verdunkelte sich der Himmel: es roch nach dem Petroleum der Bohrinsel und fühlte sich an, wie in einem dystopischen Science-Fiction-Film. Noch unangenehmer war jedoch der Sand, der uns wie ein Peeling an Rücken und Beine schleuderte.

„Zum Glück haben wir Rückenwind“, dachten wir zwei Kilometer lang auf dem Rückweg vom Aufstieg auf die Sanddüne zum Bus. Je stärker der Wind wurde, desto schneller zog ich Patrick mit. Unser Ziel blieb jedoch in weiter Ferne. Umso erleichterter waren wir, im Halbdunkel gegen 18 Uhr wieder bei Maria in der Palapa und am Bus anzukommen.
„Solange man die Hand vor Augen sieht, ist es kein Sturm!“, lachte Maria und stellte uns Teller mit selbstgemachtem Salat, Shrimps, Reis, Tortillas und Bohnen vom Feuer hin. „Die Mutigen beschützt Gott“, sagte sie. Kurz darauf kam ihr Mann durch den Sturm hereingestapft, um sie abzuholen.
Maria und ich teilen ein Schicksal: Wir haben beide einen Sohn verloren. Sie fand daraufhin zu Gott und liest seitdem in der Bibel. Ich habe meine Liebe zum Hula-Hoop gefunden und tanze, wenn ich traurig bin. Was ich sonst noch mache seit dem schlimmsten Tag meines Lebens, kannst du in meinem Buch lesen.
Autoschlüssel-Angeln in Costa Rica
Meine größte Angst wurde wahr: Wir haben uns ausgesperrt. Beim Reden, aufs Handy schauen, gleichzeitig aussteigen und Witze machen – alle Türen und Fenster waren verriegelt. Wir hatten nur Geld in der Tasche, kein Werkzeug, kein Handy. Wir wollten doch bloß kurz beim Bäcker Brot holen.
Oder nicht ganz: Ein Dachklappfenster war offen. Und hinten an der Tür hing ein Fahrradgummi mit zwei Haken. Zuerst wollten uns Jugendliche helfen, die biertrinkend am Wohnmobil vorbeikamen. Einer holte Werkzeug. Patrick dachte, wir könnten das Dachfenster aufschrauben. Doch der Helfer trat dabei beinahe auf unsere Solarplatte.
Jovin meinte: „Ich brauche einen Strick. Ich angle damit den Ersatzschlüssel, der an der Lampe hängt!“ Ich war ungläubig: „Wie soll das gehen?“ Ich suchte einen Strick und fand tatsächlich einen am Holzzaun neben dem Parkplatz.
Jovin ging aufs Dach und klemmte sich erst mal den kleinen Finger im Fenster ein. Doch er machte weiter. Am Strick befestigte er den Gummi mit den zwei Haken. Zuerst angelte er den Beutel, der neben dem Schlüssel hing.
Nach ein paar Versuchen hing der Haken am Schlüsselring. Jovin grinste breit: „Jetzt muss ich ihn nur noch von der Lampe runterbekommen.“ Vorsichtig zog er hoch – und schaffte es. Nach zehn Minuten hatten wir unseren Schlüssel wieder.
Der Versuch, das Fenster mit extra gekauftem Schraubenschlüssel auszubauen, scheiterte ebenfalls: Die Schrauben bewegten sich keinen Millimeter. Sie waren komplett festgerostet.
Die kleine Frau ohne Schuhe – und was sie uns über unsere eigenen Gedanken verriet
Diesen Ort besuchten wir auf Empfehlung einer Kundin. Sie hatte kurz vor unserer Abreise aus Deutschland noch Kleidung bei mir gekauft. Unter Google Maps speicherte ich mir San José del Pacífico mit der Notiz: „Schwitzhütten und magische Pilze“.

Das erzählte ich unserem Pubertier – und er wollte diesen Ort nun unbedingt besuchen. Wir hatten genug von der Hitze und den Mücken des subtropischen Sommers in Oaxaca am Pazifik. Also machten wir uns auf den Weg in die höher gelegenen Nebelwälder und später weiter Richtung Chiapas.
Auf der Strecke stand eine ältere Frau am Straßenrand, den Daumen herausgestreckt. Barfuß, kleine braungebrannte Füße, ein abgetragenes roséfarbenes Polyesterkleid, die Beine etwas krumm – dieses Bild blieb hängen. Als wir anhielten, hellte sich ihr Gesicht sofort auf und ein schelmisches Lächeln breitete sich aus.
Wegen der lauten Motorengeräusche war es schwer, sich zu unterhalten, und meine Männer sprachen damals noch wenig Spanisch. Während ich fuhr, schoss mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf:
„Hoffentlich will sie jetzt nicht, dass wir sie weiter mitnehmen!“
Fast im selben Moment wunderte ich mich über mich selbst:
„Wie kommst du darauf? Nur weil sie äußerlich arm wirkt, heißt das nicht, dass sie bei uns einziehen will.“
Nach kurzer Zeit klatschte sie kräftig in die Hände – ihr Weg, sich bemerkbar zu machen. Ich hielt an und half ihr beim Aussteigen. Unsere Türen sind seit der Feder- und Reifenanpassung ziemlich hoch, fast bis zu ihrer Brust. Vorsichtig reichte ich ihr ihren Beutel und den Stock.
Mit einem verschmitzten Grinsen zeigte sie auf die andere Straßenseite:
„Allá está mi casa! Da drüben ist mein Haus! Gracias y que le vaya muy bien! Danke und dass es Dir gut ergeht“
Zurück im Wagen erzählten wir uns, was jeder von uns während der Fahrt gedacht hatte – und stellten überrascht fest:
👉 Wir drei hatten EXAKT denselben Gedanken!
Mein Mann, mein Sohn und ich.
Ich scherzte mit Jovin:
„Ja klar, ich hätte sie fast eingeladen, mit dir im Bett zu schlafen … natürlich nicht.“
Wir lachten, doch die Frage blieb:
Warum hatten wir alle dieselbe Annahme getroffen?
Wegen der nackten Füße?
Weil wir Armut automatisch mit Bedürftigkeit verbinden?
Weil wir meinen, unser Leben sei „besser“, nur weil wir mehr besitzen?
Warum messe ich Glück am Besitz? Diese Vergleiche möchte ich ablegen. Alles an ihr deutete darauf hin, dass sie dort, auf ihrer Straßenseite, in ihrem Haus, zufrieden ist.
Als wir weiterfuhren, sahen wir sie in der Bushaltestelle sitzen, angeregt mit einer anderen älteren Frau plaudernd. Wahrscheinlich erzählte sie ihr gerade stolz, dass wir sie mitgenommen hatten – und die beiden freuten sich über diese kleine Geschichte des Tages.
7 Vanlife Lifehacks für Reisen mit Pubertier

- Sorge unterwegs immer für stabilen Internetzugang. In Guatemala entschieden wir uns für ein Starlink Mini und haben es nicht bereut.
- Zwing dein Pubertier nicht zu Spaziergängen oder Touri-Kram. Seine schlechte Laune kann dir den ganzen Ausflug ruinieren.
- Pubertiere lieben vertrautes Essen wie Brathähnchen, Pizza oder Burger. Damit gewinnst du jederzeit ihr Herz.
- Berücksichtige, dass Pubertiere morgens mehr Schlaf brauchen.
- Plane weniger Action ein, als du denkst – weniger ist oft mehr.
- Sie fühlen sich in vertrauten Umgebungen wohl, etwa in Einkaufszentren oder großen Supermärkten.
- Lass dein Pubertier eigene Routinen entwickeln. Unser Sohn machte täglich Sport und motivierte uns damit! Er kochte, putzte und fegte. Dafür legte ich bereitwillig Socken aufs Bett meiner 2 „Herren“.
Was wir an Zentralamerika am meisten lieben: die unglaubliche Natur mit Wanderungen auf Vulkane, Märkte und Stellplätze am Wasser
7 zentralamerikanische Lieblingsmärkte – als kulturelle Dreh- und Angelpunkte

Frische Märkte – egal ob in Städten oder auf dem Land – ermöglichen es uns, Länder besser kennenzulernen. Man bekommt lokale Lebensmittel und einen Einblick in das Leben der Menschen vor Ort. Die Konkurrenz ist groß, die Preise meist günstig. Dass wir etwas mehr zahlen als Locals, ist für uns okay.


- Mercado Unidad in Veracruz, Mexiko
- Cholula, Puebla, Mexico
- Markt von San Cristóbal de las Casas, Chiapas
- Chichcastenango, Guatemala
- Masaya, Nicaragua
- Mercado de Marisco Ciudad de Panama
- Mercado San Felipe Neri in Panama City

Die 5 großartigsten Wanderungen & Vulkane in Mexico & Zentralamerika
- Wir wanderten in der Mittagshitze von Playa del Carmen.
- Staunten bei Sonnenaufgang am Popocateptl, dem Zweithöchsten Berg Nordamerikas über 4000m und und aktivsten Vulkan México und an unserem höchsten Stellplatz mit über 3700m üNN.
- Wir folgten am Lago Atitlán in Guatemala einem maps.me-Trail zwischen zwei Vulkanen.
- Wir bestiegen den Wasser Vulkan Santa Ana in El Salvador, was ein ganz besonderes Erlebnis für uns war!
- Und unternahmen unsere bis dahin abenteuerlichste und mit 12km längste Cañontour. Wir schwammen, sprangen, wanderten, fuhren Boot und am Ende ritten wir zurück zur besten Unterkunft bei Juan und seiner Familie ganz in der Nähe. Dort wurden wir herrlich versorgt mit Eiern von den eigenen Hühnern, frischer Kuhmilch und selbst hergestelltem Käse.



6 zentralamerikanische Vanlife Plätze – Hauptsache am Wasser
- Ein Stellplatz an den Dünen Oaxacas.
- Direkt am Lago Atitlán, ein See umgeben von 3 Vulkanen in Guatemala
- Surfen und Chillen, coole Atmosphäre in El Tunco, El Salvador.
- Die Pazifikküste in Süd-Nicaragua.
- Die Laguna de Apoyo ist ein Geheimtip in Nicaragua. Ein thermalwarmer See im Krater eines Vulkans.
- Isla Colón in Bocas del Toro, Panama.



Freistehen ohne Ende

Nicht nur zur Weihnachtszeit:
Geben, Erinnern, Weitertragen – mein persönlicher Umgang mit Armut in Zentralamerika
Ehrlich gesagt fällt es mir immer wieder neu schwer, die Armut der Menschen und Tiere hier in Panama und in ganz Zentralamerika auszuhalten. Besonders deutlich zeigen sich amputierte Gliedmaßen, fehlende Zähne oder Blindheit – Dinge, die uns in Deutschland oft durch eine Krankenversicherung erspart bleiben, auch wenn dort natürlich ebenfalls nicht alles perfekt ist.
Ich habe deshalb überlegt, was ich selbst tun kann, damit ich besser damit zurechtkomme. Häufig hört man, Europäer sollten Bettlern eher kein Geld geben. Für mich fühlte sich das jedoch nicht stimmig an.
Ich möchte aus mir heraus teilen. Wir haben mehr, also gebe ich gern: bevorzugt alten Menschen, kranken Menschen, jungen Frauen mit kleinen Kindern und Kindern im Allgemeinen – manchmal Geld, manchmal Essen.
Seitdem ich bewusst handle, fällt es mir leichter, mit der Armut umzugehen. Sie schockt mich zwar immer wieder, aber ich habe meinen persönlichen Weg gefunden.
Grenzen gehören jedoch ebenso dazu. Jungen, gesunden, arbeitsfähigen Männern sage ich regelmäßig Nein. Auch aufdringliche Betrunkene oder Menschen, die uns beim Essen im Restaurant ansprechen, bekommen nichts von mir. Manche können richtig übergriffig werden – da sage ich entschieden „Nein“.
6 Strategien, wie ich Menschen und Tiere in Zentralamerika direkt unterstütze
- Beim Kauf von handgemachten Souvenirs handle ich nicht, sondern vergleiche fair die Preise.
- In der U-Bahn in Panama City lasse ich Panameños mit meiner Rapid-Pass-Karte mitfahren (kostet nur 0,35 $).
- Bettlern gebe ich Geld oder Essen – bevorzugt alten oder kranken Menschen sowie Müttern mit kleinen Kindern.
- In kleinen Fondas gebe ich bewusst Trinkgeld.
- Menschen, die ich länger kenne, unterstütze ich regelmäßig: mit Geld fürs Schulessen, Einladungen in die Fonda oder indem ich ihnen Essen mitbringe.
- Im Wohnmobil habe ich Hundefutter dabei und füttere unterwegs Straßenhunde.
Triggerwarnung Suizid – 3 Wege, wie du in der Weihnachtszeit unseren Traum unterstützen kannst
Wir leben unseren Vanlife-Traum und bauen gleichzeitig unseren MB Vario 711 neu aus. Patrick macht das gerade allein, während ich mir ein Online-Hula-Hoop-Trainerin und Content Publishing Business aufbaue.

Wir haben unseren ältesten Sohn durch Suizid verloren, und meine Vision ist es, das Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen. Deshalb habe ich ein Buch darüber geschrieben.

In Sumpango, Guatemala, erlebten wir den Día de los Santos und ließen einen Drachen mit Bildern unserer geliebten Verstorbenen steigen: Tobi, Elsbeth, Fritzl und Daddi.

Du kannst uns unterstützen, indem du:
– mein Buch als Ebook bestellst (oder mir eine Mail schreibst, wenn du ein „richtiges“ Buch möchtest)
– mir hier einen Kaffee ausgibst oder
– oder kostenfrei meinen Blog kommentierst, weiterempfiehlst und Beiträge teilst (dann macht google den Rest für mich).
Lass mich nicht allein hier im digitalen Nirwana — erzähl mir unten in den Kommentaren, welcher Teil unserer Reise dir am meisten Lust auf Vanlife gemacht hat!

hallo, ich bin gerade auf euren Blog gestossen. durch Mexiko und Amerika bzw südamerika zu reisen mit dem eigenen Bus ist ja ein mega Abenteuer!
und ich finde deine strukturierte Herangehensweise sehr inspirierend.
ich wünsche euch eine schöne weitere Reise🤗
Hallo Julia,
Schön, von Dir zu lesen … Danke für die Wünsche! Ja – Amerika (alles was südlich der USA liegt) ist für uns „Wessis“ definitiv ne Hausnummer. Doch man gewöhnt sich auch daran… und unser Denken und Umgang mit Neuem hat sich so verändert… und wir sind heiß auf Abenteuer!
LG Ute